park.Platz!

park.Platz!, temporäre Raumintervention

2009
Spielzeugautos
230 x 450 cm
„Atelierbesuch 2011“,
Kassel, 2009

© Foto: Lutz Kirchner

In einem dicht besiedelten Gründerzeitviertel wird die Suche nach einem Parkplatz zu einer endlosen Tortur. Im Schritttempo und wachsamen Auges fährt der Autofahrer immer und immer wieder um den Block. Als er endlich eine Lücke entdeckt und den Blinker setzt, stehen dort auf dem Boden bereits 1.000 Spielzeugautos im Miniatur-format fein säuberlich aufgereiht. Was für eine Provokation. Ist das Kunst?
Lutz Kirchner ist Bildhauer und hat sein Handwerk als Steinmetz von der Pike aufgelernt. Doch Skulpturen im herkömmlichen Sinne spielen heute in seinem Werk kaum noch eine Rolle. Kirchner interessiert sich vielmehr für den öffentlichen Raum. Dort hinterlässt er mit seinen Aktionen und Eingriffen Spuren, die zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung einladen. War die Parklücke vorher ein leerer Raum, dessen Funktion eindeutig definiert war, kommt durch die künstlerische ZweckentfremdungBewegung ins Spiel. Alles scheint möglich:Kinderstreich, politische Protestaktion, ab-surdes Theater oder Kunst? „Ich möchte dem Betrachter einen anderen Blickwinkel anbieten und durch AkzentverschiebungenIrritationen auslösen“, sagt der Künstler über seine Arbeitsweise. Es geht um Kommunikation, den Dialog und das gemeinsame Aushandeln, wie wir miteinander le ben wollen. (Auszug aus (k)KulturMagazin: Kunst ist gut wenn Sie springt …